— Eine Beschreibung von Steffen Marschner und Marco Stärk —
Square Dance ist ein geselliger Tanz aus den USA, der aus einer Mischung der unterschiedlichsten Tänze Europas
im 18. Jahrhundert entstand und bei dem vier Paare (also acht Personen) ein Quadrat („Square“) bilden. Die Tänzer führen Figuren aus, die ihnen ein sogenannter Caller während der Musik zuruft.
Der Caller sagt beispielsweise Kommandos wie:
- „Circle Left“ (alle gehen im Kreis nach links)
- „Swing Your Partner“ (mit dem Partner drehen)
- „Promenade“ (paarweise gemeinsam laufen)
Die Tänzer müssen diese Figuren nicht auswendig als Choreografie kennen, sondern lernen die einzelnen Befehle. Der Caller kombiniert sie während des Tanzes immer wieder neu. Dadurch gleicht kein Tanz dem anderen. Es obliegt dem Caller, die Figuren zu einer harmonischen Choreografie zusammen zu setzen und die Tänzer schließlich wieder an ihre Ausgangsposition zu führen. Spaß und Abwechslung sind vorprogrammiert, denn erst während des Tanzens erfahren die Tänzer die nächsten Schritte. Das erfordert natürlich ein gewisses Maß an Konzentration, weshalb zu den Squaredance-Klubabenden auf Alkohol verzichtet wird. Geraucht wird üblicherweise nur außerhalb des Tanzsaals, denn Bewegungssport betreibt man ja auch nicht in verrauchten Hallen. Squaredance hält Körper und Geist fit und ist ein Generationen übergreifendes Hobby zu einer Musik, deren Spanne von Country über Golden Oldies bis zum Hit der aktuellen Top Ten reicht.
Die historischen Wurzeln des Squaredance …
… reichen zwar ins Amerika des 19. Jahrhunderts zurück, als er aus der Vermischung von Volkstänzen europäischer Einwanderer entstand, aber der Tanz hat sich ständig weiter entwickelt.
Mit der amerikanischen Besatzung in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg kehrte diese Tanzform zu ihren eigentlichen Ursprüngen nach Europa zurück. Squaredance boomte in den 50er/60er Jahren. Die Petticoat-Mode jener Zeit beeinflusste das Squaredance-Outfit dauerhaft.
Heute tanzen wir den „Modern American Square Dance“, dessen Tanzfiguren in verschieden umfangreichen Stufen („programs“) weltweit einheitlich getanzt werden, egal ob in den USA, in Schweden oder Japan. Das in Deutschland am häufigsten getanzte Programm ist „Mainstream“ (MS), das aus 69 schier unendlich kombinierbaren Figuren besteht. Die Zwischenstufen sind „Basic“ (B1 und B2). Es gibt aber auch noch die erweiterten Tanzprogramme „Plus“, „Advanced“ (A1 und A2) und „Challenge“ (C1, C2, C3a/b und C4).
Die Musik
Meist wird zu Country-, Western- oder Popmusik getanzt. Viele moderne Square-Dance-Clubs verwenden aktuelle Hits, sodass die Musik abwechslungsreich ist.
Braucht man einen festen Partner?
Nein. Zwar wird oft paarweise getanzt, aber viele Clubs vermitteln Partner vor Ort oder wechseln während des Abends die Konstellationen. Auch Einzelpersonen sind in der Regel willkommen.
Ist Square Dance schwer?
Anfänger lernen zunächst das sogenannte Mainstream-Programm, das weltweit standardisiert ist. Es umfasst rund 70 Grundfiguren. Mit etwas Übung können diese Figuren dann spontan auf die Ansagen des Callers umgesetzt werden.
Squaredance lernen …
… kann man in einer „Class“, welche bei entsprechender Nachfrage von den Squaredance-Klubs veranstaltet wird. Unser Klub startet am 17. Oktober 2025 wieder eine neue Class für Anfänger (Anfrage). Voraussetzungen sind lediglich Spaß an der Musik, etwas Bewegungswille und ein gewisses Reaktionsvermögen und dass man rechts und links unterscheiden kann. Man muss kein sonderlich guter (Standard-)Tänzer sein, es reicht, wenn man im Takt laufen kann. Altersbegrenzungen gibt es nicht. Na ja, fast nicht. Aus praktischen Gründen sollten Kinder wenigstens ca. 1,45 m groß sein, um mit Erwachsenen besser tanzen zu können. Auch wenn im Square vierpaarweise getanzt wird, besteht kein Zwang, paarweise zu erscheinen. Einzelpersonen sind gleichermaßen willkommen wie Familien, denn es finden sich eigentlich immer Mittänzer.
Englisch ist zwar die Sprache des Squaredance, muss aber nicht beherrscht werden. Das wenige Squaredance-Englisch ist Bestandteil der ¾-jährigen Class. Feierlicher Abschluss einer Class ist die Graduation.
Kleidung
Die traditionelle Kleidung mit Petticoats, Westernhemden und Cowboyhüten ist zwar bekannt, aber heute in vielen Vereinen keine Pflicht. Besonders bei Übungsabenden reicht oft bequeme Freizeitkleidung und festes Schuhwerk.
Warum ist Square Dance beliebt?
- Förderung von Konzentration und Reaktionsvermögen
- Bewegung ohne Leistungsdruck
- Starker sozialer Aspekt – man tanzt ständig mit anderen Menschen
- Internationale Gemeinschaft: Die Figuren sind weltweit standardisiert, sodass man praktisch überall auf der Welt mittanzen kann.
In Deutschland gibt es mehrere hundert Square-Dance-Clubs.